Schützen Ordnung zu Hardegsen 

Anno 1687 den 20ten Juniy

 
Dem nach Bürgermeister und Raht der Stadt Hardegsen hiesiger Bürgschaft auf den 20. diese Monats Juni< ein öffentliches Schießen nach der Scheibe eigewilliget. derr behüff auch der Üblichkeit nach drey Gewinne gemachet, wobey denn folgene Ordnung zu observieren.
 
1. Sollen alle Schützen umb  10 Uhr, wenn die Trummel gerüret wirdt, nüchtern mit ihrem Gewehr vorm Tahthause erscheinen und niemand so unter die Schützen gehöret außenbleiben, bei Straffe 3 Mgr.
 
2. Sollen die Schützen in guter Ordnung mitt ihrem gewehr hinausmaschieren und keiner vor den Scheiben glitten oder geduldet werden. er sey denn mit seinem Gewehr hinausgezogen bey Straffe 3 Mgr. womit aber die jennigen davon exemt und ausgeschlossen.
 
3. Sollen die Schützen nicht ehender bei den Standt kommen, biß die Reihe und Ordnung an ihn kompt und mit dem gewehr sich sobezeigen, daß dadurch kein Schadenentstehe. wie ob stehend.
 
4. Sollen vor der Scheiben keine gezogenen Rohre oder Flinten gebrauchet werden, sonderm eitell glatte Buchsen. solte sichs aber zutragen, daß falsch gewehr sich befinde, sonnten gezogen und oben glatt wäre, sollte er nicht allein seines Schusses verlustiget sein sondern auch darüber bestrafet werden.
 
5. Wan etwa kommen solte, daß einem das Gewhr veragete, soll er sofort aus dem Stande treten und einaanderer solange sich einstallen, so nach der Ordnung folgett bis der sich wieder begeben, daß es zum dritten mal versagte, ist derselbe seines Schusses verlustigt.
 
6. Soll keiner sich unterstehen 2 Kugeln in die Buchse laden, mit Schwanz oder längelichen Kugeln schießen, wofern man solchs erfäret soll er nicht allein der Schusses verlustigt sein, sondern auch desfals bestaffet werden.
 
7. Welches Kugel auff der Erde Yußette und dernach die Scheibe treffe, sool vor einen Fehler gehalten, womit den auch dei Schüsse so einem Ast oder Nagel fassen, gemeinet sein.
 
8. Soll niemand die Buchse vor die Brust setzen, sondern mit schwebenden Armen schießen bey strffe das er des Schusses velustiget sein soll.
 
9. Soll niemandt sich unterstehen, seiner eigenen gefälligkeit nach der Scheibe zu gehen, wofern einer attrapiret, sol sofort eingeholett und ernstlich bestraffet werden.
 
10. Sollen die Schützen woll zusehen, daß niemandt vor der Scheibe hin und her laufe, auf daß kein Schade entstehe und den selben wernen wirdt er sich aber daran nicht keren, wilkürlich bestraffen.
 
11. Soll im auß und ein Maschieren keiner sich unterstehen, inwendig der Stadt zu schießen, bey Straffe 6 Mrg..
 
12. Soll keinem kein Trunk greichet werden, er habe denn zuvor bei den Schützenmeistern seine Schuldigkeit abgelegt.
 
13. Jeden Schützen soll vier Schuß nach der Scheibe vergönnt sein.
 
14. Alle die jennigen so vier Schüsse durch die Scheibe getroffen, stehen umb den ersten Gewinn.
 
15. Die übrigen so vier Schüsse und des ersten Gewinnß einstechen vefehlet, stechen mit denjennigen so drey Schüsse haben umb den anderen Gewinn.
 
16. Diejennigen aber so vier und drey Schüsse durch die Scheibe getahn und von dem ersten und anderern Gewinn nicht bekommen, stechen mit denen so zwey Schüsse durch die Scheibe haben, umb den dritten Gewinn.
 
17. Soll umb 11 Uhr der anfang vom Tricken gemachet und des abendts umb 9 Uhr geschlossen werden.
 
18. Wer fluchet, soll alsofort 3 gr. Straffe erlegen.
 
19. Soll alleß beim Trunck ehrbar zugehen, kein schandbar Worte, oder lügen Bestraffung führen, wer das thutt, soll darüber bestraffett werden.
 
20. Soll sich keiner unterstehen, seinen nachbarn zum Streitt und Schlägerey anlaß zu geben wen einer solches würdt erfahren soll er ernstlich bestraffet werden. Der Veranlasser mit 2 MK. wer aber grosse Thätlichkeit mit Schlagen verübt ohnabbitlich mt fünff mark strffe belegt werde.
 
21. Wer straffbar ist und Britzen verdienett, soll sich unweigerlich drigeben, daß jedenn sein Recht geschehe uns sollen die Schützen alle sampflich den sraffbaren zuchtigen helffen.
 
22. Soll keiner sich untterstehen einen fremden ohne permisson der Schützenmeister auß gläsern oder anderen geschirren zu trinken geben bey straffe  2 Mgr.
 
23. Wenn einer ein glaß mitt Bier entzwei würffe soll das glas zweifach bezahlen, damitt sich niemendt zu beschweren sollen allemal zwo Rahts Personen, denen Schützenmeistern und Schaffern zugegeben werden, auff das alles waß gesetzet ernst und ordentlich zugehen möge.

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